HSG Konstanz – VfL Pfullingen 32:31 (17:11)
Der VfL Pfullingen muss in der 3. Liga Süd die ersten Niederlage der laufenden Saison hinnehmen. Im Auswärtsspiel bei der HSG Konstanz unterlagen die Echazstädter am Sonntagabend in der Schänzle-Sporthalle denkbar knapp mit 32:31 (17:11). Nach einer schwierigen ersten Halbzeit zeigte der VfL, der kurzfristig krankheitsbedingt auf Spielmacher Felix Zeiler verzichten musste, nach dem Seitenwechsel eine starke Moral und kämpfte sich Tor um Tor zurück. Am Ende fehlte jedoch das nötige Quäntchen Glück, um sich für die Aufholjagd mit mindestens einem Punkt zu belohnen.
Vor rund 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern erwischten die Gastgeber den besseren Start. Während die Pfullinger im Angriff zunächst nicht konsequent genug agierten, nutzte Konstanz seine Chancen und setzte sich früh ab. Über 4:1 und 5:1 geriet der VfL bereits in der Anfangsphase deutlich ins Hintertreffen. Auch eine frühe Auszeit von Trainer Fabian Gerstlauer brachte zunächst nicht die erhoffte Wende. Die offensive und aggressive Deckung der Gastgeber stellte die Echazstädter vor große Herausforderungen, zudem verhinderten technische Fehler und ausgelassene Möglichkeiten, dass der Rückstand schneller verkürzt werden konnte.
Zwar fanden die Pfullinger im weiteren Verlauf zunehmend Lösungen im Angriff und hielten durch Treffer von Lukas List, Niklas Roth und Lasse Schiemann dagegen, doch Konstanz hatte zunächst auf nahezu jeden Treffer eine Antwort. Beim 11:8 keimte kurzzeitig Hoffnung auf, ehe die Gastgeber den Vorsprung erneut ausbauten. In der Schlussphase des ersten Durchgangs blieb der VfL zwar bemüht, musste bis zur Pause jedoch einen deutlichen 17:11-Rückstand hinnehmen.
Auch unmittelbar nach dem Wiederanpfiff erwischte Konstanz den besseren Start. Beim 20:11 schien die Begegnung bereits frühzeitig entschieden. Doch die Pfullinger bewiesen eindrucksvoll ihren Charakter und gaben sich trotz des deutlichen Rückstands nicht auf. Mit mehr Entschlossenheit im Angriff und einer verbesserten Chancenverwertung starteten die Echazstädter ihre Aufholjagd. Vor allem Lasse Schiemann übernahm Verantwortung und setzte mit seinen Treffern wichtige Akzente. Auch Silas Wagner und Janne Böhm trugen dazu bei, dass der Rückstand kontinuierlich schrumpfte.
Beim 23:20 war der VfL wieder in Schlagdistanz. Konstanz versuchte, den Lauf der Gäste mit einer Auszeit zu unterbrechen, doch Pfullingen ließ sich nicht mehr abschütteln. Die Mannschaft kämpfte um jeden Ball und hielt den Druck auf die Gastgeber hoch. Zwar gelang es Konstanz zwischenzeitlich erneut, sich etwas Luft zu verschaffen, doch die Echazstädter blieben dran und verkürzten – trotz roter Karte gegen Abwehrchef Paul Prinz nach einem groben Foul an seinem Gegenspieler – in der Schlussphase weiter.
Spätestens beim 29:28 war die Partie wieder völlig offen. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn lebte, und der VfL setzte alles daran, den Ausgleich zu erzwingen. Allerdings gelang es den Gastgebern, die knappe Führung zu verteidigen. Als Konstanz kurz vor dem Ende auf 32:29 stellte, schien die Entscheidung gefallen. Doch erneut bewies Pfullingen große Moral: Mathis Roth verkürzte auf 32:30, ehe Janne Böhm mit seinem Treffer zum 32:31 die Spannung in den letzten Sekunden auf die Spitze trieb. Für den Ausgleich reichte die verbleibende Zeit jedoch nicht mehr. So musste sich der VfL nach einer beeindruckenden Aufholjagd letztlich mit einem Tor geschlagen geben.
VfL-Trainer Fabian Gerstlauer zeigte sich nach der Partie enttäuscht über die knappe Niederlage, zog aus der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft jedoch auch positive Schlüsse: „Leider verlieren wir unglücklich mit einem Tor. Ein Punkt wäre am Ende verdient gewesen.“ Besonders die Moral seiner Mannschaft nach dem deutlichen Rückstand hob der Coach hervor: „Die Mannschaft hat heute wirklich Charakter bewiesen.“
Gleichzeitig machte der VfL-Coach deutlich, worin die Gründe für die Niederlage lagen. „Wir haben in Halbzeit eins sehr unglücklich agiert. Nach dem 5:1-Start der Konstanzer kommen wir wieder auf drei Tore in Schlagdistanz, unsere Schwächephase vor der Pause verhindert aber, dass wir mit einem kleineren Rückstand in die Pause gehen.“ Umso bemerkenswerter war die Reaktion nach dem Seitenwechsel. „In der zweiten Halbzeit war unsere Moral herausragend, doch leider fehlt uns das nötige Glück, Punkte mitzunehmen“, lautete Gerstlauers Fazit.
Für den VfL endet damit die Serie ohne Niederlage. Nach dem zuvor starken Saisonstart mit 15:1 Punkten steht die Mannschaft nun bei 15:3 Punkten und muss die Tabellenführung damit abgeben. Trotz des ersten Rückschlags unterstreicht die kämpferische Leistung am Bodensee, dass die Pfullinger auch in schwierigen Situationen in der Lage sind, zurückzukommen.